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Im Homeoffice

Mein neuer Alltag

Schon morgens beim Aufstehen ist alles anders. Früher bin ich kaum aus dem Bett gekommen. Heute freue ich mich auf's Aufstehen. Meine neuen Kolleginnen sind gleich nebenan. 

Sie wohnen in meinem Laptop und ich freue mich darauf, sie zu sehen.

Das Frühstück im Bett ist dank Homeoffice kein Problem. Überhaupt ist mein ganzer Arbeitsalltag viel gechillter. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Zeit.

 

Auf dem Weg ins Bad fahre ich den Laptop hoch, meine Programme laden, während ich meine Zähne putze. Die erste Tasse Kaffee genieße ich in der Morgensonne auf dem Balkon. Ich habe keine Eile. Mein Büro ist weniger als einen Steinwurf entfernt - ich habe den besten Arbeitsweg der Welt.

Arbeiten mit Freunden

Der Morgen startet mit einem Meeting. Ich freue mich, meine Kolleginnen zu sehen. Wir trinken zusammen Kaffee, reden über die Dinge die anstehen, besprechen schwierige Fälle, helfen uns gegenseitig und schließlich starten wir alle in unsere Schicht. 

Wir sitzen zuhause - jede für sich - und sind doch nicht alleine. Auf dem Laptop neben mir sehe ich ihre fröhlichen Gesichter und höre sie schnattern. Es ist ein bisschen wie ein Großraumbüro mit der Option, den Ton auszuschalten, wenn ich meine Ruhe brauche um konzentriert zu arbeiten. 

Gleichzeitig habe ich jederzeit die Möglichkeit mit ihnen zu sprechen. Mit einer oder mit allen. Wir haben Meetingräume und Videocalls und wenn meine Frage nicht so dringend ist, schreibe ich in den Chat und warte auf Antwort. Auch das ist möglich. Irgendeiner ist immer greifbar und das ist schön. Ich muss nicht erst aufstehen und durch die ganze Firma  um in das Büro von Frau Meier zu kommen nur um zu erfahren, dass diese in dieser Woche Urlaub hat. Ich sehe es ganz einfach an einem Symbol in Teams.

 

Sind virtuelle Meetingräume und Homeoffice die Zukunft?

Wenn es nach mir geht: Ja!

Schon alleine das Wissen, dass ich mich nicht durch den Berufsverkehr kämpfen muss, entschleunigt mich so dermaßen, dass ich stets mit einem Lächeln im Gesicht aufwache. 

Nicht im völlig überfüllten Bus hin- und hergedrängt zu werden, mir keine Sorgen um Anschlusszeiten meiner Straßenbahn zu machen oder die Frage, ob ich die U-Bahn noch erwische, wenn ich halsbrecherisch die Stufen herunterstürme, ist reiner Luxus. Früher habe ich mich mit dem Auto durch den Verkehr gekämpft, musste an gefühlt jeder Ampel warten, während im Radio die immer gleiche Playlist dudelte. Heute ist der einzige Stau, den ich zu erwarten habe, der morgendliche Andrang im Bad. Herrlich!

 

Müssen wir wirklich von A nach B fahren, um zu arbeiten oder um an einer Besprechung teilzunehmen? Nein! Mein virtueller Meetingraum ist immer dabei. Egal ob ich im Sommer auf der Terrasse sitzen möchte, ob in der Mittagspause zum Kaffee und Kuchen mit den Kolleginnen. Ich bestimme selbst, wie und wo ich sitzen möchte. Die Tage von schlecht belüfteten Konferenzräumen und Meetings zwischen Tür und Angel im viel zu kleinen Büro von Herrn Schubert sind vorbei. 

 

Der Vorteil für die Umwelt liegt auf der Hand. Weniger Autos, weniger Verkehr, weniger CO2 und natürlich weniger Stau und Unfälle. Wer jetzt noch ein Argument für das Homeoffice braucht: Die Zeit! Eine Fahrt von Stuttgart nach München dauert rund 2,5 Stunden. Eine Besprechung mit Teams ist nur einen Mouseklick entfernt.

Übrigens: Für mich ist der wichtigste Vorteil des Homeoffice der Kaffee! Die Plörre aus der veralteten Filtermaschine im Büro ist endlich Geschichte. :-)

Social distancing & Isolation

Die Angst vor sozialer Isolation ist völlig unbegründet. Meine Kollegen begleiten mich durch den Tag. Wir reden, lachen, chatten, wie andere auch. Vielleicht sogar eine Spur besser. Weil ich immer das gesamte Team greifbar habe. Ich muss sie nur anklicken, dann sind sie da. 

 

Egal ob zur Kaffeepause, Mittags oder bei der Besprechung. Wir sind ein Team von 16 liebenswerten, fröhlichen Damen die ich bereits nach den wenigen Wochen, die wir zusammen arbeiten, in mein Herz geschlossen habe. Von sozialer Isolation keine Spur. Ganz im Gegenteil. In unserer Freizeit chatten wir über WhatsApp oder treffen uns auf sozialen Plattformen wie Instagram, Facebook, Pinterest und Co. 

 

Ich bin sehr froh, dass unser Arbeitgeber das Homeoffice möglich macht - besser noch - ein eigenes Projekt ins Leben gerufen hat mit einem reinem Homeoffice Team. Dazu bekommen wir jede Unterstützung die wir brauchen. An Ideen mangelt es nie, sei es ein virtueller Cocktailabend um den Teamgeist zu stärken oder Cloudlösungen die das Teilen und gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten möglich macht. Es gibt viele innovative Lösungen und wir stehen gerade mal am Anfang einer neuen Ära in der sich das Homeoffice mit Sicherheit als fester Bestandteil unserer Arbeitswelt etablieren wird. Es ist toll, Teil dieser Pionierarbeit zu sein. 

Homeoffice ist nur was für Stubenhocker und Faulpelze

Tatsächlich werde ich sehr oft mit diesem Vorurteil konfrontiert. 

Ja, ich bin gerne zuhause. Natürlich macht man es sich zuhause so schön, wie möglich. Der alte Spruch: Zuhause ist es am schönsten, kommt nicht von ungefähr. Alles was uns lieb und teuer ist, bildet unser Zuhause. Wir umgeben uns mit Dingen, für die wir lange gespart haben und über die wir uns täglich freuen. Den ständigen Drang, das Haus zu verlassen, kann ich nicht nachvollziehen, obwohl ich gerne reise. Urlaub machen, neue Landschaften kennenlernen und eine andere Küche auszuprobieren. Das alles sind Dinge, die uns entspannen, die uns guttun. Im Alltag jedoch ist mir das private Umfeld am liebsten. Hier habe ich alles was ich brauche. Ich kann das Licht so einstellen wie ich es brauche, kann selbst entscheiden, ob ich das Fenster öffnen möchte oder welche Temperatur die Heizung hat. Schlägt das Wetter plötzlich um, habe ich sofort eine Strickjacke zur Hand. Mein Kleiderschrank ist nur wenige Schritte entfernt.

 

Genauso wie meine Yogamatte. Eine kleine Entspannungseinheit in der Pause? Kein Problem. 

Heute mache ich mehr Sport als früher. Weil ich jetzt die Zeit dazu habe. Die lästige Zeitverschwendung durch den Berufsverkehr entfällt. Ich habe die Wahl wann ich trainiere. Und eine entspannende Radfahrt durch den Park ist jetzt auch sofort organisiert

Work-Life-Balance

Früher habe ich oft die Kaffeeküche in der Firma aufgeräumt. Heute meine eigene. Vorbei sind die Zeiten, wo man sich über das vergessene Pausenbrot ärgert und die wertvolle Pausenzeit mit einem Sprint zum Bäcker vergeudet. Zuhause habe ich alles immer griffbereit. Noch ein Pluspunkt: Die Gewissheit, dass mich nicht ein Berg Hausarbeit erwartet, wenn ich heimkomme. Die Waschmaschine läuft, während ich nebenan arbeite. Das Wäscheaufhängen in der Pause entschleunigt mich und gibt mir das gute Gefühl, das zuhause nichts liegenbleibt, während ich im Büro bin. Die Zeitersparnis liegt auf der Hand. Während man zuhause arbeitet, erledigt sich ein Teil der Hausarbeit ganz nebenbei. 

 

Die neu gewonnene Zeit nutze ich gerne für einen Ausflug in die Berge. Die ideale Work-Life-Balance.

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